Studienfahrt nach London

Tower Bridge, British Museum, Chinatown… für einen Tee mit der Queen hat es leider nicht mehr gereicht, aber trotzdem verbrachten wir eine ereignisreiche und schöne Zeit auf unserer Studienfahrt in London.

Am Sonntag 9. Oktober ging es für 27 Schüler mit den Lehrerinnen Tina Closs und Petra Stüber vom Flughafen Memmingen in die Hauptstadt des Landes des Union Jacks. Nach einer überraschend harten Landung am Flughafen ging es mit dem Bus von Stansted nach London City direkt ins Hostel, wo uns dreistöckige Betten erwarteten auf engstem Raum. Das schuf durchaus Geselligkeit und gab die Grundlage für die ein oder andere Zimmerparty. Vielleicht sind wir einfach verwöhnt, aber ein bisschen mehr Platz oder auch Hygiene im Bad und kein Schimmel wären nett gewesen.

Am Sonntag galt es sich einzufügen in die Maschinerie Londons, die uns schnell verschluckte. Wir erkundeten die nähere Umgebung unserer Unterkunft und nach einem Blick auf den Buckingham Palace ging es am Abend in den Sky Garden London, was definitiv ein Highlight unseres Besuchs wurde. Der Blick nachts von der Dachterrasse eines neugebauten Wolkenkratzers, der von den Londonern auch mehr oder weniger liebevoll „Walkie Talkie“ genannt wird, über die nicht enden wollenden Lichter dieser Millionenstadt hinterließ Eindruck und so mancher wäre am liebsten noch einmal an diesen Ort zurückgekehrt.

Morgens hieß es immer um 9.30 Uhr am Treffpunkt vor dem Hostel zu erscheinen, was dem einen oder anderen etwas schwerfiel, eigentlich jedoch sehr human war – so auch am Montag. Nichts Geringeres als das Zentrum der Macht des Vereinigten Königreiches war am Vormittag unser Ziel. An Downing Street, Big Ben und Westminster Abbey wurden wir von einer Expertengruppe über die Geschichte der Bauwerke informiert, denn im Vorfeld unserer Reise musste sich jeder einem bestimmen Thema widmen und ein Referat darüber vorbereiten, das dann vor Ort gehalten wurde. In der Downing Street hatten wir das Glück, den Wachwechsel sehen zu können. Da schwingen sich die Uniformierten mit viel Getöse von ihren Pferden und geben ihren Platz an die nächste Schicht weiter. Naja, ein bisschen Show muss eben auch sein, und man kann sagen: Eindrucksvoll war es in jedem Fall. Am Mittag gingen alle ihrer eigener Wege und viele nutzten die Zeit, eine Küche auszuprobieren, zum Beispiel beim Japaner oder bei Fish and Chips.

Nach einem Bummel durch Covent Garden und das British Museum mit seiner Vielfalt an Ausstellungsstücken fernster Kulturen zog es viele unserer weiblichen Mitreisenden wie magisch zu Victoria´s Secret, worüber sich der Anhang daheim freuen würde. Schlendern, ein bissschen shoppen, das englische Bier auf seine Qualität testen oder in der Strandbar an der Tower Bridge die Füße hochlegen… es gab die verschiedensten Wege den Nachmittag zu verbringen bis es am Abend mit dem „Jack the Ripper Walk“ zu einem weiteren Höhepunkt kam.

Bei den nicht gerade angenehmsten Temperaturen machten wir uns auf die Spuren des Frauen Mörders „Jack the Ripper“ und lernten so über seine, aber damit auch über Londons Geschichte. Das Ganze wäre allerdings bestimmt kein solcher Spaß gewesen, hätten wir nicht einen sich an seinem englischen Humor fast erstickenden Guide gehabt, der die eigentlich langweiligsten Fakten, ausgeschmückt mit Klischees und Bildern sowie mit einer Spur Schadenfreude, aber trotzdem fundiert, widergeben konnte. Der Rest des Abends wurde von den meisten im Hostelzimmer verbracht, da für die 17-Jährigen in England keine Möglichkeit besteht, auch nur einen Fuß in einen Pub zu setzen und die Schuhe waren nach dem langen Tag irgendwann auch durchgetreten.

Am Dienstag ging es für die versammelte Mannschaft auf eine Themse-Schifffahrt mit dem Ziel Greenwich, auf der man sich über die am Ufer befindlichen Gebäude aufklären lassen konnte. Beim Anblick von Cutty Sark und nullstem Längengrad fühlten sich viele in die Anfänge unserer Zeit am Gymnasium zurückversetzt, da unser Englischbuch in dieser Zeit in Greenwich spielte und genau diese Lokalitäten in den Mittelpunkt rückte. Nach gemütlichem Mittagessen und ruhiger Rückfahrt ging es am Tower of London vorbei direkt zur Tower Bridge, die wir besichtigten. Beim Blick durch die Glasscheiben unter den Füßen in dem Verbindungsteil der zwei Türme mag es dem einen oder anderen etwas schwummrig geworden sein, doch hinterließen die alten Gemäuer und die Geschichte, wie diese gebaut wurden, Eindruck und das auch konnte einige nicht daran hindern, nochmal in der Strandbar nebenan vorbeizuschauen.

Am Abend ging es für ein paar in das Musical „Aladin“, das mit viel Pomp und Glory inszeniert war und durch den Saal selbst große Wirkung erhielt. Andere zog es zum London Eye und wieder andere hatten noch ganz andere Pläne. Am Mittwoch ging es für die Gruppe ins Globe Theatre, wo wir eine tolle Führung durch einen Schauspieler bekamen, der selbst schon dort die Werke Shakespeares dargestellt hatte. Das ging über in Anfänge von Schauspielunterricht und die Einführung in die Shakespeare´sche Sprache. Mancher hatte zwar mit großer Müdigkeit zu kämpfen, den Besuch war das Globe Theatre in jedem Fall wert gewesen. Danach machten wir uns entlang der Themse in Richtung Tate Modern auf, wo wir höchst skurrile, wie auch interessante Objekte der modernen Kunst bewunderten. Das alles mündete dann in der großen Eingangshalle in unsere eigene Interpretation moderner Kunst in Form von „der Fuchs geht um“, was von Schaulustigen bestaunt wurde.

Danach gingen wieder alle ihrer eigenen Wege und kamen mehr oder weniger lebendig am Mittwochmorgen zum Treffpunkt. Es ging in Richtung London Museum, wo man sich über Londons Stadtgeschichte informieren konnte. Hierauf folgte der Besuch in Londons Chinatown. Dort kann man es bei einem authentischen All-you–can-eat-Chinesen oder unter fernöstlich anmutenden Lampions ganz gut eine Weile aushalten.

Am Nachmittag unseres bereits letzten Tages in London führte einige von uns der Weg zu „Stomp“, die mit ihren rhythmischen Darbietungen auf alltäglichen Gegenständen zu beeindrucken wussten. Andere zog es nochmal auf die großen Shopping-Malls oder an Orte, die sie noch einmal sehen wollten. Um 23.30 Uhr hieß es dann Abschied von unserem Hostel in Richtung Flughafen zu nehmen. Die Stimmung war prächtig! Am Flughafen angekommen, war Schlaf für die meisten die sinnvollste Lösung bis am frühen Morgen unser Flieger gen Heimat gehen sollte. Nach kleineren Problemen am Check-In wurden die Worte „Good-bye London!“ bittere Realität.

Unbedingt festzuhalten ist, dass wir in 5 Tagen London außer ein paar Tropfen keinen Regen abbekommen haben, jeder körperlich weitestgehend unversehrt nach Hause kam und die allgemeine Zufriedenheit über die gelungene Studienfahrt auf jeden Fall berechtigt war. Die gute Organisation der Lehrerinnen im Vorfeld und das richtige Maß an Programm und Freizeit machten die Studienfahrt unvergesslich und über manche Geschichten, die sich dort ereignet haben, werden wir wahrscheinlich noch in 25 Jahren beim Klassentreffen lachen! (Constantin Ganß)

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