"Spirit of Lindau" - Nobelpreisträger zum Anfassen

Zum 67sten Mal fanden in der vergangenen Woche in Lindau die Nobelpreisträgertagungen der Naturwissenschaften in Lindau statt. In diesem Jahr waren die Tagungen der Chemie gewidmet. Ausgesuchte Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt können dort Vorlesungen von Nobelpreisträgern hören und in Workshops über spezielle Themen diskutieren.

Seit einigen Jahren gibt es aber auch die Möglichkeit für etwa 20 Lehrkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, an zwei Tagen der Tagung am "Teaching Spirit"-Programm teilzunehmen. Vom RNG war in diesem Jahr der Chemielehrer Stephan Förbs eingeladen und hat den "Spirit of Lindau" spüren dürfen.

Unvergesslich bleiben vor allem die persönlichen Begegnungen mit Nobelpreisträgern. Beim gemeinsamen Mittagessen der "Teaching Spirit"-Teilnehmer mit 5 (!) Nobelpreisträgern und ihren Begleiterinnen ergab sich eine phantastische Gelegenheit, schnell und ohne Scheu miteinander ins Gespräch zu kommen. Beeindruckend war für mich zunächst Harald zur Hausen (Nobelpreis 2008), der mit den Lehrkräften über den Zusammenhang von Rinderviren und neurodegenerativen Erkrankungen sprach

Klaus von Klitzing (Nobelpreis 1985) hatte sogar seine Nobelpreis-Medaille mit dabei - natürlich nicht die Original-Medaille aus reinem Gold, sondern "nur" die vergoldete Variante. Aber auch die ist schon imposant, denn wer (außer Nobelpreisträgern) hatte schon mal einen Nobelpreis in der Hand?

Am so genannten "Bayerischen Abend" hatte sich dann Jean-Pierre Sauvage (Nobelpreis 2016) zusammen mit seiner Gattin an unseren Tisch gesellt. Wir haben ihn als überaus herzlichen und geerdeten Menschen kennengelernt.Noch während der zünftigen Veranstaltung haben Herr Sauvage und ich die gegenseitig gemachten Fotos per Mail ausgetauscht, wie toll ist das denn? Allein schon wegen dieser - unerwartet menschlichen -Begegnung mit Herrn Sauvage wird der "Spirit of Lindau" bei mir noch lange nachwirken.

Wer mehr über die Nobelpreisträger und die Tagungen in Lindau erfahren möchte, kann sich unter http://www.lindau-nobel.org/de/ ein Bild machen. Besonders interessant sind z. B. die vielen Videos der Nobelpreisträger-Vorträge in der Mediathek, die allerdings meist auf Englisch sind. Aber auch die Labore der Nobelpreisträger z. B. der HIV-Entdeckerin Françoise Barré-Sinoussi (Nobelpreis 2008) oder des Entdeckers des grün flouroeszierenden Proteins (GFP), Martin Chelfie (Nobelpreis 2008) kann man in 360°-Ansichten betrachten - echt cool! Und wer z. B. für eine GFS tolles Material - auch auf Deutsch! - sucht, kann mal hier schauen: http://www.lindau-nobel.org/de/outreach/. Und alle, die auf die Insel Lindau fahren, können dort den gerade eröffneten Wissenspfad zu den Nobelpreis(trägern) begehen! Der "Spirit of Lindau" lebt also nicht nur während der Tagungen, sondern endlich auch während des ganzen Jahres in Lindau. (Stephan Förbs)